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Samstag, 15. Mai 2010

Große Pläne

Mein Kalender sagt mir für heute: Shoppen gehen. Eigentlich sagt er das schon seit Wochen, aber nun bin ich ja in Erwartung meines ersten Monatsgehalts und außerdem stehen große Ereignisse bevor, für die ich dringend noch was einkaufen muss. Also denke ich seit einer Woche ungefähr täglich: Sonnabend gehst Du shoppen.

Zum Einen ist es mal wieder Zeit für eine neue Hose (Musste mal wieder eine als Nur-noch-zuhause-Modell deklarieren), mehrere neue Strumpfhosen, Strickjacken, Oberteile, Unterwäsche etc. (was halt ab und zu mal anfällt auf Grund von eingelaufenen Sachen, Waschmittelflecken, Löchern etc.). Zum Anderen ist in zwei Wochen das hoffentlich wieder wunderschöne Immergutfestival.

Wenn das Wetter so bleibt wie jetzt, dann brauch ich wohl nochmal ein bisschen was dickeres, um die Temperaturen vor allem nachts zu überstehen, evtl. sogar nochmal ne neue etwas dickere Sommerjacke. (Vor 2 Jahren hatten wir zum Immergut über 30 Grad und waren jeden Tag baden... Noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben.) Zum Anderen brauche ich definitiv noch ein passendes Paar Schuhe, das notfalls sowohl Regen als auch metertiefen Schlamm übersteht. Evtl. sogar noch Gummistiefel extra...

Und dann ist da noch der Juli, der ja auch immer näher rückt, und in dem an zwei aufeinanderfolgenden Samstagen zwei Hochzeiten stattfinden. Nachdem ich bei der letzten Hochzeit nochmal mein Abiballkleid aufgetragen habe, muss diesmal auch was neues her. Dabei gilt für die eine Hochzeit noch zu beachten, dass sie im bis dahin auf jeden Fall hochsommerlichen Bologna stattfindet und die Braut Muslima ist. Es bedarf also einer gelungenen Mischung aus hitzetauglich und sittsam. Die andere Hochzeit ist in Berlin und es handelt sich um ein schwules Pärchen mit recht buntem Freundeskreis. Vermutlich muss es also weder hitzetauglich noch sittsam sein. Also vielleicht sogar zwei komplett neue Outfits (natürlich inkl. passender Schuhe und wenn möglich noch Tasche - was für eine Herausforderung).

Es steht also viel auf dem Plan. Und ich sitze hier gemütlich im Schlafanzug, dick in eine Decke eingemummelt, auf dem Sofa und gucke nach draußen: Es ist kalt, es regnet, es ist windig. Ich fürchte, ich werde noch eine ganze Weile hier sitzen, bis ich mich raustraue... Einziger Trost ist: Shoppen macht Spaß, ich habe nachher neue Klamotten im Schrank, bestimmt auch noch das Eine oder Andere, was jetzt noch nicht auf der Liste steht ;) Und: Wenn wir es uns nicht noch anders überlegen, gehen der Lieblingsmensch und ich heute Abend ins Kino.

Samstag, 8. Mai 2010

Noch jemand da? ;)

Hallo hallo, da bin ich wieder. Mann, was für eine Woche! Ich habe nicht nur mehr als 40h gearbeitet, sondern nebenbei auch noch meine ganze Freizeit verplant gehabt. Alles in allem bin ich aber sehr stolz auf mich, das Einzige, was ein bisschen auf der Strecke geblieben ist, ist leider dieses Blog, bzw. die gesamte Blogosphäre. Ich bin gerade so zum raschen Überfliegen meines Feedreaders gekommen, habe aber nicht einmal irgendwo kommentiert. Deswegen war heute dann auch meine erste Priorität nach dem Rechner anschmeißen: Bloggen!

Aaaaalso... Mein Job. Ich muss sagen, nach einer Woche bin ich sehr zufrieden damit. Es war zwar recht stressig, aber die Leute sind supernett, die Atmosphäre ist toll und die meiste Zeit über macht die Arbeit Spaß. An zwei Tagen hatte ich kurz das Gefühl, dass mir alles ein wenig über den Kopf wächst. Bei dem einen lag es daran, dass ich zu wenig geschlafen hatte und einfach ausgepowert war. Gestern hingegen lag es an dem schier unermesslichen Berg Arbeit vor mir, der irgendwie nicht kleiner zu werden schien. Am Ende war ich dann überrascht, dass ich nach nur einer Überstunde doch schon gehen konnte. Das ist der Vorteil, wenn man noch neu im Job ist: Meine Kompetenzen reichen (noch) nicht so weit, dass ich mir die Nächte um die Ohren schlagen muss. Kann aber alles noch kommen...

Tja und abseits von der Arbeit hatten wir die ganze Woche über Besuch, so dass ich eigentlich keine ruhige Minute für mich hatte. War auch ein recht anstrengender Besuch, so dass man sich zwischenzeitlich schon mal gewünscht hat, dass es vorbei geht ;) Dafür waren aber die letzten drei Abende sehr nett: Zwei Geburtstagsfeiern und ein Wiedersehen mit einer alten Freundin nach fast 1,5 Jahren. Viele Gespräche, viele neue nette Menschen kennengelernt... Und irgendwie immer viel zu spät ins Bett gekommen! Aber ich denke, so nach und nach werde ich mich an den neuen Rhythmus gewöhnen und dann stecke ich sowas auch leichter weg.

Jetzt freue ich mich erstmal auf zwei lange freie Tage, für die es zumindest bisher noch keine festen Termine gibt. Ich werde gleich eine ausführliche Blogrunde drehen, vieles nachlesen und nachkommentieren, mit Freunden chatten und Flüge nach Italien buchen (wir sind zur Hochzeit des besten Freundes des Lieblingsmenschen eingeladen!). Und danach gönne ich mir ein richtig schön langes Bad mit einem guten Buch in der Hand. So kann das Wochenende starten, da ist mir sogar das nicht zum Mai passende Wetter egal!!!

Ich bin wieder da! :)

Freitag, 30. April 2010

Ausgehext

Mit all meinem Kranksein habe ich zwischendurch schon wieder vergessen, was heute für ein Tag ist. Die meisten kennen den 30.04. als Walpurgisnacht, einige auch Beltane. Da, wo ich herkomme, in der Oberlausitz, ist am 30.04. Hexenbrennen. Hat sicherlich auch etwas mit den Hexen der Walpurgisnacht zu tun. Bei uns fliegt allerdings niemand auf dem Besen durch die Gegend, stattdessen werden die Hexen auf einen Scheiterhaufen gesteckt und verbrannt.

Man baut also eine Hexe, ähnlich einer Vogelscheuche - aus Brettern oder Ästen, alten Klamotten, Stroh..., malt ihr ein Gesicht auf und dann steht sie ganz oben auf dem riesigen Haufen aus Holz (alles, was beim Frühjahrsputz des Gartens so anfällt, oder im Laufe des Jahres so angefallen ist. Wichtig dabei ist, dass die Haufen maximal wenige Tage vorher errichtet werden dürfen, damit sich keine Vögel dort zum Nisten niederlassen.

Jedes Dorf hat gemeinhin seinen Hexenhaufen und in den Tagen vor dem großen Tag besteht traditionell ein Wettkampf zwischen den Jugendlichen der Dörfer, bei dem versucht wird, die Haufen anderer Dörfer anzustecken, so dass sie schon vor dem eigentlichen Tag herunterbrennen. Der eigene Haufen wird hingegen bewacht. Nun, wie schon an anderer Stelle mehrfach erwähnt - meine Familie ist etwas anders.

Mein Opa siedelte sich damals am Waldrand an, zum Grundstück gehörten Weide- und Obstanbauflächen ebenso wie ein Stück Wald selbst. Und auf eben diesem Grundstück machte unsere Familie von jeher ihr eigenes Hexenbrennen. (OK, ganz so einzigartig sind wir nicht - es gibt noch mehr Familien, die nicht an dem Dorf-/Sauffest-Veranstaltungen der großen Hexenbrennen teilnehmen, und ihr eigenes Ding machen. Trotzdem hatte unseres immer etwas besonderes.)

Neben mehreren Generationen der großen Familie kamen auch viele Freunde und Bekannte zu unserem Fest und genossen die ruhige Athmosphäre. Am Tag vorher wurde das sonst hüfthoch stehende Gras auf dem betreffenden Stück Wiese, das auch das ganze Jahr über Hexenplatz heißt, gemäht. Am Tag selbst wurde der Haufen aufgeschichtet, die Hexe gebastelt, Schläuche verlegt, Sandeimer bereit gestellt, das Urteil der Feuerwehr abgewartet, dann Stühle und Tische hinausgetragen. Während all dem stand meine Oma als Oberhaupt der Familie in der Küche und stellte die beiden traditionellen Hexenbrennen-Spezialitäten her: Speckkuchen und Waldmeisterbowle.

Am frühen Abend versammelten sich dann alle und nicht nur Kinderaugen leuchteten, wenn das Feuer angezündet wurde. Man besah sich das Feuer, unterhielt sich, aß und trank... Und langsam wurde es dunkel, irgendwann war das Feuer fast heruntergebrannt, und dann wurde es erst richtig gemütlich. Irgendwann gingen die Älteren dann ins Bett und sofern man eine bestimmte Altersgrenze überschritten hatte, durfte man aufbleiben und über das Feuer wachen. Ein paar Jugendliche wurden eingeteilt, um bis zum Schluss beim Feuer zu bleiben. Teilweise wurde draußen sogar geschlafen.

Am nächsten Morgen dann trafen sich Kinder und Jugendliche wieder am Feuer, bewaffnet mit Kartoffeln, Salz und Pfefferstreuer. Die Kartoffeln wurden in die noch heiße Asche gelegt und nebenbei wurde versucht, wieder ein kleines Feuer aus den Resten zu entfachen. Nach einiger Zeit holte man die Kartoffeln heraus, schälte die verkohlte Schale ab, bestreute die Kartoffeln mit Salz und Pfeffer und hatte das leckerste Frühstück, was ich mir denken kann. Dazu gabs Saft, entweder selbstgemacht oder zumindest aus eigenen Äpfeln, der noch vom Abend vorher herumstand.

Dieses ganze Ritual, vom bangen Warten ob der Regenwahrscheinlichkeit, vom Schuften bei den Vorbereitungen, vom Zauber des Feuers, die Gerüche und Geschmäcker, all das prägte meine Kindheit und ist mir heute noch so nah wie damals. Ich erinnere mich an viele verschiedene Hexenbrennen, mit verschiedenen Menschen, verschiedenen Temperaturen, verschiedenen Nässegraden ;)

Letztes Jahr gab es ein Hexenbrennen, das hauptsächlich für die Kinder stattfand und zu dem Oma nichts mehr gebacken hatte. Sie hat inzwischen vergessen, dass sie jedes Jahr Speckkuchen gemacht hatte. Auch Bowle gabs keine. Freunde und Bekannte kamen schon länger nicht mehr in großer Zahl zum Hexenbrennen. Dieses Jahr ist das ganze komplett ausgefallen - zu viel Stress bei allen Beteiligten, unter anderem auch durch Omas schwindende geistige Fähigkeiten.

Es ist anders geworden, seit ich nicht mehr zuhause wohne. Früher war Hexenbrennen selbstverständlich, ein ganz normaler Termin. Dann blieb ich ab und zu dem Ganzen fern und ging zu so genannten "Tanz in den Mai"-Veranstaltungen, während der Brauch zuhause immer mehr verfiel. Daran gedacht habe ich immer. Letztes Jahr war ich seit langem mal wieder dabei. Es war schön. Aber anders. Der Zauber war weg.

Dieses Jahr sitze ich mit einer fetten Erkältung hier in Berlin auf dem Sofa und es ist ein Tag wie jeder andere.

Und nächstes Jahr?

Samstag, 5. Dezember 2009

Wochenende

Nachdem ich vom mittwöchigen Italienischkurs fast weinend vor Bauchkrämpfen und Kälteschüben nach Hause kam und den Donnerstag und Freitag dementsprechend langsam angehen ließ (nur ein Arztbesuch, ansonsten viel Couch und Bett), muss ich heute wieder richtig fit sein. Bin ich auch so einigermaßen. Heute ist nämlich ein extrem vollgepackter Tag. Vor dem Frühstück noch waren wir vorhin einkaufen. Einerseits, um das Frühstück selbst zu besorgen, andererseits, um für morgn gut gefüllte Nikolausstiefel zu gewährleisten. Mein Lieblingsmensch kennt diesen Brauch aus der Heimat nicht (dafür kommt am 6. Januar die Befana, die wir natürlich auch feiern werden), aber er ist sehr dafür, die Feste so zu feiern, wie sie fallen. Also kauften wir vorhin, unabhängig voneinander und mit viel Heimlichkeit das Stiefelfüllmaterial.

Heute Nachmittag habe ich dann ein geschäftliches Meeting in einem Café, wo ich mir mit Laptop und Aktentasche wieder voll businessmäßig-digital-bohemistisch vorkommen werde. Danach gehe ich mit dem Lieblingsmensch ins Theater (ein Geschenk von ihm :), Professor Unrat) und danach treffen wir uns mit einer meiner liebsten und besten Freundinnen, die mit uns und anderen in ihren Geburtstag hineinfeiern wird. Genau aus diesem Grund muss ich auch gleich noch los und ein Geschenk für sie besorgen - ich weiß auch schon ungefähr was, aber das wird hier nicht verraten, sie liest vielleicht mit ;)

Allzu lange erholen kann ich mich von diesem Tag morgen nicht, denn schon um 10:30 sind wir zum Geburtstagsnachfeierbrunch der Freundin meines Bruders geladen. Da ich momentan aus medizinischen Gründen allmorgendlich meine Haare waschen muss, bedeutet das wohl, um 9 spätestens aufzustehen. Und da heißt es noch, am Wochenende könnte man länger schlafen als während der Woche. (An dieser Stelle werfe ich ein teuflisches Grinsen zu all jenen, die einer geregelten, festen, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen ;))

Jetzt aber los, ein Geschenk für Fratz muss gekauft werden (und zwei kleine Nikoläuse für Bruder und Bruderfreundin...)

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Hinterzimmergespräche

Gestern wollte ich eigentlich nur noch schnell in die Badewanne und dann ganz früh ins Bett. Aber als ich begonnen hatte, das Wasser einzulassen, klingelte mein Telefon und eine meiner besten Freundinnen rief an. Sie ist gerade ein paar Tage in Berlin und ich dachte, wir treffen uns erst heute, aber gestern Abend haben sie, ihr Freund und zwei Freunde von ihm spontan beschlossen, noch loszuziehen. Und so machte ich mich nach einem 20-Minuten-Powerbathing mit allen Schikanen (also inklusive lesen, Haare waschen und rasieren) plus danach noch Haareföhnen doch noch auf den Weg in die kalte Berliner Nacht, in den Prenzlauer Berg.
Es wurde ein sehr lustiger Abend, an dem ich nicht nur mit meiner Freundin "catch-uppen" konnte, sondern außerdem

  • endlich ihren neuen Freund kennenlernen durfte (famoser Bursche, ist genehmigt)
  • zwei seiner Freunde, einen Franzosen und einen Alt-Westberliner Klamottenhändler getroffen habe
  • nachts die Chefin des Freundes plus einem weiteren Kollegen noch dazustieß (Sie ist Bundestagsabgeordnete, ließ sich duzen, kam und ging mit der Fahrbereitschaft, erzählte Geschichtchen aus dem Nähkästchen [u.a. "wer mit wem" und wer wo Urlaub macht] und gab eine Runde aus - "Ich habe ja meine Scheckkarte dabei.")
  • mein Handyempfang zwischenzeitlich den Geist aufgab und der Lieblingsmensch Angst bekam, ich wäre entführt worden
  • wir nachts nach Hause gelaufen sind und Freundins Freund am Obststand am Alex kurz nach 1 einen Granatapfel gekauft hat während wir bei dem für einen Mann wohl intimsten Gesprächsthema überhaupt angekommen sind
  • man vor lauter Ironie, Sarkasmus und politisch inkorrekter Witze sehr schnell nicht mehr wusste, wer was eigentlich ernst meint
Alles in allem also ein sehr gelungener Abend, ich war um 2 im Bett und bin heute morgen um 8 völlig gerädert aufgewacht, mit einem dicken Schnupfen.

Montag, 26. Oktober 2009

Prüfungsvorbereitung


So sah heute meine Mittagspause, zwischen zwei Übersetzerprüfungen, aus. Alles richtig gemacht, würde ich sagen. Tatsächlich kam im zweiten Prüfungsteil dann auch etwas dran, zu dem ich was in Newsweek gelesen hatte. Hab mich dennoch für ein anderes Thema entschieden: "What impact does the Internet have on music, literature and the Arts in general". Grins.

Achja, wie Ihr bemerkt habt, habe ich nach Day 1 nix mehr über den Besuch geschrieben. Vor allem, weil ich nicht dazu gekommen bin. Eine ganze Woche sind wir quer durch Berlin gelatscht, haben Sehenswürdigkeiten über Sehenswürdigkeiten (Medizinhistorisches Museum, Schloss Charlottenburg, Altstadt Spandau, Simon-Dach-Kiez ;) , Festival Of Lights etc. etc. etc.) gesehen, viel Geld für leckeres Essen und Getränke ausgegeben... An zwei Tagen musste ich krankheitsbedingt ein wenig zurückstecken, aber sonst war das Programm wirklich voll. Außerdem haben wir Ice Age I-II, Zurück in die Zukunft I-III und Herr Der Ringe I-III gesehen, ein Mal Badminton gespielt und waren auf der Uncle Sallys-Geburtstagsparty mit Blood Red Shoes und Maximo Park, auf einer Party bei einem Kumpel und im Berghain. Und schlafen musste ich ja auch noch.

Achja, hab ich Euch das schon gezeigt? Gabs neulich mal als spontane Mittagsmahlzeit - Hirse mit geraspelten Möhren, Käse, Basilikum und einem Schuss Olivenöl. Superlecker, supergesund, supernahrhaft. Super!


Apropos super, in dem ganzen Trubel bin ich noch gar nicht dazu gekommen, das neue Supershirt-Album zu reviewen. Habs auch erst zwei oder drei mal gehört... Muss ich noch nachholen. Auf jeden Fall: Hört mal rein!

Sonntag, 18. Oktober 2009

Socialising

Gestern war ich auf einer Geburtstagsparty - eigentlich Vorgeburtstag, da der große Tag erst heute ist. Das Geburtstagskind ist bisher eher ein Bekannter als ein Freund gewesen, ein Freund von einem Freund. Trotzdem befand ich mich im E-Mail-Verteiler für die Einladung, worüber ich mich sehr gefreut habe. (Im Nachhinein erfuhr ich, dass er einfach mal alle eingeladen hatte, deren E-Mailadresse er hatte und die in Berlin leben... ;)) Das Geburtstagskind mag es gerne unkonventionell, und so begann die Veranstaltung offiziell um 17 Uhr und da etwas von Kuchen in der Einladung stand, nahm ich die Uhrzeit ernst und war kurz vor halb 6 vor Ort, in der Hoffnung, nicht die erste zu sein. War ich aber. Ein wenig seltsam war es schon, weil ich den besagten Herrn ja wirklich nur "knapp" kenne, aber ich denke wir haben die verbleibende Zeit bis zum Erscheinen weiterer Partygäste gut rumgebracht. Bis ich wieder losmusste, waren dann jedenfalls knapp 10 Menschen in der Küche seiner kleinen "Butze" im äußersten Neukölln versammelt - interessanterweise alle aus Rostock, oder zumindest durch die Stadt geprägt, wie ich. Ich kannte sie also alle vom sehen oder sogar näher und sie kannten mich und es war wie eine kleine Reise in die Vergangenheit.
Witzig war auch, dass am späteren Abend die gesamte Runde der Gäste weiter wollte, auf eine andere Party, in einem Club. Die Geburtstagsparty einer anderen Quasi-Rostockerin, wo ich ebenfalls auf der Gästeliste stand. Wie sagte einer der Gäste so schön: "Eigentlich ist es egal, ob ich in Rostock bleibe oder auch hier zu Euch nach Berlin komme... arbeitslos sind wir überall." So sieht es aus in unserer Generation "ab Mitte 20" - entweder man studiert noch, oder ist schon auf Jobsuche. Keiner der Anwesenden hatte einen festen Job in einem Bereich, der ihm Spaß macht, fast jeder wurschtelte sich so durch, vom Fotografieren über Pressearbeit bis zu Hartz IV. Und jeder hat nebenbei irgendein kreatives/ehrgeiziges Projekt am Laufen, die einen mehr, die anderen weniger erfolgreich. Dazu fällt mir eine Songzeile rein, die perfekt auf die Runde passte: "Uns ist egal, wo wir nach der Uni Taxi fahren/denn wir sind reich an unbezahlten Praktika". So isset. Und das weltweit, wie ich gerade aus einer Mail einer kanadischen Freundin erfahren konnte.
Einzig ausgenommen davon sind wohl Informatiker, Ingenieure, Juristen, Mediziner und BWLer. Einen davon (Ingenieur) bekomme ich heute für eine Woche aus England zu Besuch. Ich hoffe, dass ich zum Bloggen komme und Euch an diesem Outsider's View auf Berlin teilhaben lassen kann.

Zum Schluss noch der "dümmste Witz der Welt", von gestern Abend:

Frage: Was ist rot und schmeckt nach blauer Farbe?
Antwort: Rote Farbe.

In diesem Sinne...

Donnerstag, 15. Oktober 2009

The Carnival Queen

Ein Bekannter von mir, der meistens "nur" als Aushilfe in der Filmbranche arbeitet, aber gleichzeitig an seiner Karriere als Drehbuchautor arbeitet (und Unmengen Konzerte in ganz Europa besucht und Karten dafür bei ebay kauft und verkauft, aber das nur nebenbei *g*), hat vor ein paar Jahren einen ersten Kurzfilm geschrieben, gedreht und produziert, den man sich jetzt im Internet ansehen kann. Ich war einigermaßen beeindruckt und deswegen möchte ich Euch den nicht vorenthalten. Wenn Ihr Euch zu Vimeo durchklickt, könnt Ihr ihm Eure Kommentare dazu hinterlassen (bitte auf Englisch, der Gute kommt aus Belfast).

THE CARNIVAL QUEEN from David McCrea on Vimeo.



Vielleicht verschafft er mir ja mal nen Job am Set, wenn ich genug Werbung für ihn mache? ;)

Freitag, 9. Oktober 2009

Wurzeln

Ich weiß auch nicht mehr genau, wie ich darauf gekommen bin, aber vor ein paar Tagen habe ich die alten Ausgaben unserer Schülerzeitung wieder hervorgekramt und darin herumgeblättert, mal hier und mal da gelesen... Vor allem in den Ausgaben, an denen ich am aktivsten mit beteiligt war. Naja, eigentlich war ich das von Anfang an, aber in der 9. Klasse ging es dann so richtig los - ich wurde Chefredakteurin und damit für eine Weile die Antriebsfeder des Ganzen. Lange bin ichs nicht geblieben (ganze sechs Ausgaben, also ungefähr zwei Jahre lang), aber seitdem gehörte die Zeitung dann wirklich in den Mittelpunkt meines Lebens. Und vor allem ihre Macher.
Einerseits hatte ich plötzlich mehr mit den Mitmachern zu tun, und habe dabei auch neue Freundschaften geschlossen, andererseits kamen viele meiner Freunde für kurze oder längere Zeit ins Team. Bei einigen hatte ich das sogar wieder vergessen, bis ich es jetzt wieder gelesen habe. Schon witzig, wir hatten unglaublich viel Freiraum, konnten im Prinzip schreiben und drucken was wir wollten. Manchmal haben wir das auch für investigativen Journalismus genutzt, oder für hochintellektuelle philosophische Abhandlungen... Ganz oft aber auch für unsere privaten Witzchen.
Im Nachhinein kann ich mir vorstellen, dass wir damit einige Leser auch verprellt haben, in dem wir uns quasi gegenseitig Nachrichten in der Zeitung hinterließen, oder private Dinge herausposaunten. Es war halt nicht wie eine normale Zeitung, sondern eher wie ein Radio, wo man live mitbekommt, wie das ganze entsteht und auch mal erklärt bekommt, warum das Mikro ausfällt.
Inzwischen weiß ich einiges mehr über meine damaligen Mitstreiter, was mir damals verborgen blieb, weil es mich vielleicht nicht so interessiert hat, oder sie mich nicht in alles einweihen wollten. Daraus ergibt sich, dass ich vieles jetzt mit anderen Augen sehe als damals und aber auch aus dem Lesen der damaligen Artikel (einiges liest sich wie ein heutiges Blog) wieder zusätzliche Informationen über das beziehen kann, was tatsächlich vorgefallen ist. Und es war eine spannende Zeit in unser aller Leben - die letzten 3-5 Jahre Schule, Pubertät, Cliquen, Verliebtheiten, kleine und große Krisen, Selbstfindung...
Alles in allem kann man sagen, dass die Arbeit an diesem Projekt uns zu einer recht verschworenen Gruppe hat werden lassen. Auch wenn einige von uns eher am Rand des Ganzen herumschwirren und andere sich nicht mehr sehen lassen - der harte Kern ist immernoch vorhanden und miteinander befreundet, auch wenn wir uns zwischenzeitlich ganz schön über die Welt verteilt haben/hatten.
Es wäre toll, sie alle mal wieder auf einen Haufen zusammen zu bekommen und dann nicht über die alten Zeiten zu reden, sondern genau wie damals über die Dinge, die uns jetzt in diesem Augenblick beschäftigen, die ganz großen Fragen des Lebens eben ;)

Montag, 5. Oktober 2009

La cena di onomastico

Gestern hatte mein Lieblingsmensch seinen Namenstag. Das würde normalerweise ja keine größeren Verwerfungen auslösen, aber in seiner süditalienischen Heimat spielt das durchaus eine Rolle - seine gesamte Familie hat sich über den Tag verteilt gemeldet und ihm gratuliert. Und von mir hat er dann natürlich auch noch ein Geschenk bekommen ;)
Um jedenfalls diesen Anlass zu feiern haben wir zwei gut ausgebildeten, jungen, hochmotivierten und dementsprechend joblosen Akademiker uns zwei Exemplare der Erfolgsmensch-Spezies (Architekt und PR-Maus ;)) eingeladen und ein fettes 5-Gänge-Menü hingezaubert. Es gab:

  • Antipasti: Fichi con formaggio di capra fresco, Bresaola, Salami, Prosciutto
  • Primo: Orechiette e Fusilli con spinacci
  • Secondo: Agnello con crosta di noci e cavolo rosso
  • Formaggi vari con frutte
  • Dolce: Cheesecake macchiato con ornamente di arance
Die Pasta, ein Teil der Wurst und der Wein dazu (3 Flaschen Aglianico!) kamen frisch aus Bella Italia, der Cheesecake-Cheese aus Kanada. Den Rest mussten wir selbst kaufen ;)
Es war wirklich unglaublich lecker und ich bedauere sehr, mal wieder völlig vergessen zu haben, Fotos zu machen...

Mittwoch, 23. September 2009

Man sollte sich seine Freunde gut aussuchen...

...und vielleicht darauf achten, keine Astrophysiker darunter zu haben. Sonst sitzt man eines schönen Nachmittags da und tippt eine unperfekte englische Übersetzung einer Neubetrachtung der Relativitätstheorie ab. Naja, dabei merke ich immerhin, wie schnell ich tippen kann und dass ich sprachliche Fehler auch dann herausfiltern kann, wenn ich bedingt durch absolutes Nichtverständnis des Inhalts nur rein mechanisch arbeite. Am Ende muss ich dann noch ein Stück selbst übersetzen, ich hoffe ich bekomme das hin.
Und hoffentlich bekommt mein Kumpel - Typ A Beautiful Mind - dafür dann irgendwann den Nobelpreis, oder eine Verfilmung seines Lebens ;), damit sich der Aufwand auch gelohnt hat... Nein Quatsch, ich mach das doch gerne.