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Sonntag, 9. Mai 2010

Renew your Spirit-Day

So heißt der Sonntag bei der Fly Lady. Man soll also etwas tun, was einem Spaß macht und wieder Kraft für die nächste Woche gibt. Kein Problem - tun, was mir Spaß macht, kann ich gut! :) Werde mir gleich noch den letzten der drei Filme anschauen, die ich gestern aus der Videothek geholt habe (Die ersten beiden, Il pranzi di ferragosto und Julie & Julia waren toll und sehr zu empfehlen - gleich gibts noch Charlie Wilson's War.) Vorher jedoch muss ich noch ein bisschen was in der Küche erledigen. Es gilt, ein Brot zu backen und für heute Abend ein Mangosorbet vorzubereiten. Anlässlich des Muttertags und meines neuen Jobs haben wir nämlich meine Eltern eingeladen. Für Interessierte hier noch kurz die Menüfolge ;)

-Taralli, Saure Gurken, mit Frischkäse gefüllte Pepperoni als Einstieg
-Pizza piena aus der hervorragenden Küche des Pappàs vom Lieblingsmenschen
-Frische Pasta mit Pappàs hausgemachtem Pesto
-(den Fleischgang denken wir uns, es wird auch so schon das große Fressen)
-Mangosorbet, Cioccolatini und Vernaccia/Zibibbo
-
Caffé
-Amazza Caffé (Schnäpsken, um die aufreibene Wirkung des Kaffees wieder "abzutöten")

Der dazugereichte Wein, sowie die Taralli, die Pizza piena, die Pasta, das Pesto und der Kaffee stammen aus dem letzten CARE-Paket aus Italien, das am Dienstag bei uns eintrudelte! ;)

Freitag, 30. April 2010

Ausgehext

Mit all meinem Kranksein habe ich zwischendurch schon wieder vergessen, was heute für ein Tag ist. Die meisten kennen den 30.04. als Walpurgisnacht, einige auch Beltane. Da, wo ich herkomme, in der Oberlausitz, ist am 30.04. Hexenbrennen. Hat sicherlich auch etwas mit den Hexen der Walpurgisnacht zu tun. Bei uns fliegt allerdings niemand auf dem Besen durch die Gegend, stattdessen werden die Hexen auf einen Scheiterhaufen gesteckt und verbrannt.

Man baut also eine Hexe, ähnlich einer Vogelscheuche - aus Brettern oder Ästen, alten Klamotten, Stroh..., malt ihr ein Gesicht auf und dann steht sie ganz oben auf dem riesigen Haufen aus Holz (alles, was beim Frühjahrsputz des Gartens so anfällt, oder im Laufe des Jahres so angefallen ist. Wichtig dabei ist, dass die Haufen maximal wenige Tage vorher errichtet werden dürfen, damit sich keine Vögel dort zum Nisten niederlassen.

Jedes Dorf hat gemeinhin seinen Hexenhaufen und in den Tagen vor dem großen Tag besteht traditionell ein Wettkampf zwischen den Jugendlichen der Dörfer, bei dem versucht wird, die Haufen anderer Dörfer anzustecken, so dass sie schon vor dem eigentlichen Tag herunterbrennen. Der eigene Haufen wird hingegen bewacht. Nun, wie schon an anderer Stelle mehrfach erwähnt - meine Familie ist etwas anders.

Mein Opa siedelte sich damals am Waldrand an, zum Grundstück gehörten Weide- und Obstanbauflächen ebenso wie ein Stück Wald selbst. Und auf eben diesem Grundstück machte unsere Familie von jeher ihr eigenes Hexenbrennen. (OK, ganz so einzigartig sind wir nicht - es gibt noch mehr Familien, die nicht an dem Dorf-/Sauffest-Veranstaltungen der großen Hexenbrennen teilnehmen, und ihr eigenes Ding machen. Trotzdem hatte unseres immer etwas besonderes.)

Neben mehreren Generationen der großen Familie kamen auch viele Freunde und Bekannte zu unserem Fest und genossen die ruhige Athmosphäre. Am Tag vorher wurde das sonst hüfthoch stehende Gras auf dem betreffenden Stück Wiese, das auch das ganze Jahr über Hexenplatz heißt, gemäht. Am Tag selbst wurde der Haufen aufgeschichtet, die Hexe gebastelt, Schläuche verlegt, Sandeimer bereit gestellt, das Urteil der Feuerwehr abgewartet, dann Stühle und Tische hinausgetragen. Während all dem stand meine Oma als Oberhaupt der Familie in der Küche und stellte die beiden traditionellen Hexenbrennen-Spezialitäten her: Speckkuchen und Waldmeisterbowle.

Am frühen Abend versammelten sich dann alle und nicht nur Kinderaugen leuchteten, wenn das Feuer angezündet wurde. Man besah sich das Feuer, unterhielt sich, aß und trank... Und langsam wurde es dunkel, irgendwann war das Feuer fast heruntergebrannt, und dann wurde es erst richtig gemütlich. Irgendwann gingen die Älteren dann ins Bett und sofern man eine bestimmte Altersgrenze überschritten hatte, durfte man aufbleiben und über das Feuer wachen. Ein paar Jugendliche wurden eingeteilt, um bis zum Schluss beim Feuer zu bleiben. Teilweise wurde draußen sogar geschlafen.

Am nächsten Morgen dann trafen sich Kinder und Jugendliche wieder am Feuer, bewaffnet mit Kartoffeln, Salz und Pfefferstreuer. Die Kartoffeln wurden in die noch heiße Asche gelegt und nebenbei wurde versucht, wieder ein kleines Feuer aus den Resten zu entfachen. Nach einiger Zeit holte man die Kartoffeln heraus, schälte die verkohlte Schale ab, bestreute die Kartoffeln mit Salz und Pfeffer und hatte das leckerste Frühstück, was ich mir denken kann. Dazu gabs Saft, entweder selbstgemacht oder zumindest aus eigenen Äpfeln, der noch vom Abend vorher herumstand.

Dieses ganze Ritual, vom bangen Warten ob der Regenwahrscheinlichkeit, vom Schuften bei den Vorbereitungen, vom Zauber des Feuers, die Gerüche und Geschmäcker, all das prägte meine Kindheit und ist mir heute noch so nah wie damals. Ich erinnere mich an viele verschiedene Hexenbrennen, mit verschiedenen Menschen, verschiedenen Temperaturen, verschiedenen Nässegraden ;)

Letztes Jahr gab es ein Hexenbrennen, das hauptsächlich für die Kinder stattfand und zu dem Oma nichts mehr gebacken hatte. Sie hat inzwischen vergessen, dass sie jedes Jahr Speckkuchen gemacht hatte. Auch Bowle gabs keine. Freunde und Bekannte kamen schon länger nicht mehr in großer Zahl zum Hexenbrennen. Dieses Jahr ist das ganze komplett ausgefallen - zu viel Stress bei allen Beteiligten, unter anderem auch durch Omas schwindende geistige Fähigkeiten.

Es ist anders geworden, seit ich nicht mehr zuhause wohne. Früher war Hexenbrennen selbstverständlich, ein ganz normaler Termin. Dann blieb ich ab und zu dem Ganzen fern und ging zu so genannten "Tanz in den Mai"-Veranstaltungen, während der Brauch zuhause immer mehr verfiel. Daran gedacht habe ich immer. Letztes Jahr war ich seit langem mal wieder dabei. Es war schön. Aber anders. Der Zauber war weg.

Dieses Jahr sitze ich mit einer fetten Erkältung hier in Berlin auf dem Sofa und es ist ein Tag wie jeder andere.

Und nächstes Jahr?

Donnerstag, 22. April 2010

Familienzusammenführung

Gleich noch ein bloggenswertes Ereignis dieser Woche hinterher: Am Montag habe ich mich, nachdem es schon seit Monaten geplant, aber nie umgesetzt wurde, mit meiner Großcousine getroffen. Ja, das ist ein Ereignis! Dazu muss man nämlich wissen, dass unsere verwandtschaftliche Beziehung etwas komplizierter ist:

Meine Mutter hat 7 Geschwister, eigentlich 6, denn eine Schwester ist bereits verstorben. Von diesen Geschwistern stammen 3 aus dem "ersten Schwung" Kinder meines Opas, mit seiner ersten Frau. Meine Mutter stammt aus dem "zweiten Schwung", den fünf Kindern, die mein Opa mit meiner Oma hatte. Zwischen dem jüngsten Halbbruder meiner Mutter und meiner ersten "Volltante" liegen 10 Jahre Altersunterschied. So kam es, dass die ersten drei, besonders im Leben der allerjüngsten Geschwister gar keine so große Rolle spielten: Als meine Mutter geboren wurde, war ihr ältester Bruder bereits 23 Jahre alt und lebte "im Westen" - das bedeutete damals im Prinzip "keinen Kontakt", später gab es ab und zu Besuche. Die beiden anderen Großen waren bereits 22 und 17 und auch schon, zumindest so gut wie, aus dem Haus. Im Laufe der Jahre wurde der Kontakt immer geringer und spätestens seit dem Tod meines Opas beschränkte er sich auch hier auf wichtige Familienfeste.

Die Großcousine, die ich am Montag getroffen habe, ist die Enkelin des 17 Jahre älteren Halbbruders meiner Mutter. Sie ist zwei Jahre jünger als ich und lebt ebenfalls in Berlin. Wenn wir es richtig zusammengebracht haben, so haben wir uns vor Montag etwa 3 oder 4 mal gesehen, immer auf Geburtstagen, verteilt über 20 Jahre. Das letzte Mal ist auch schon fast 8 Jahre her gewesen. Dank der neuen Medien und vor allem der Social Communities haben wir uns aber im vergangenen Jahr "gefunden" und diesmal einen direkten Kontakt hergestellt, der sicherlich so schnell auch nicht wieder abbrechen wird.

Montag stellten wir dann nun also fest, dass wir doch eine ganze Menge Gemeinsamkeiten haben (u.a. die Vorliebe für gutes Essen und die indische Küche, für die englische Sprache, fürs Reisen und für die Gilmore Girls), ob sie nun genetisch bestimmt sind, oder nicht. Und dass wir uns stundenlang unterhalten können, ohne uns zu langweilen. Sicherlich stimmen wir nicht in allen Punkten überein, aber wer tut das schon. In jedem Fall werden wir uns jetzt öfter treffen und uns gegenseitig in die Planungen unseres jeweiligen Soziallebens einbeziehen. Ich freue mich!

Dienstag, 5. Januar 2010

Als hätte ichs geahnt...

Irgendwie hatte ich schon ein ungutes Gefühl wegen des Fluges und habe daher überall (Facebook, Twitter, hier) immer wieder geschrieben, dass wir am Montag zurückfliegen - in der Hoffnung es dadurch wahrer zu machen. Hat nicht geklappt. Hier kurz der Ablauf der Ereignisse:

18:15 Aufbruch zum Flughafen Mailand Malpensa

19:30 Ankunft in Malpensa, Einreihen in die Check-In-Schlange. Laut Anzeigetafel alles nach Plan.

20:05 Fertig mit dem Einchecken, Einreihen in die Security-Schlange, Verabschiedung von Lieblingsschwägerin und Lieblingsschwippschwager. Laut Anzeigetafel alles nach Plan, Boarding soll 20:25 sein.

20:25 Fertig mit der Security und endlich drinnen - der Blick auf die Anzeigetafel: 2h Verspätung!! Also erstmal gemütlich zur Toilette und dann doch was essen - knapp 20 € für 2 Stück Pizza, 2 Salate und 2 Wasser..., Beschluss, ab Schönefeld ein Taxi zu nehmen und dafür 30 € zu investieren.

21:15 Die Anzeigetafel zeigt 10 zusätzliche Verspätungsminuten und die Gatenummer. Wir begeben uns zum Gate und machen es uns bequem.

21:40 SMS vom Flyamo-Service aus Schönefeld: Ihr Flug wurde gestrichen. Die Anzeigetafel zeigt immer noch 23:00 an. Über Blackberry auf der Webseite des Flughafens nachgeschaut: Tatsächlich - gestrichen.

21:50 Informieren erste noch ahnungslose Mitpassagiere. Reaktion: "Yeah, 4-Sterne-Hotel!" - für die war es die zweite Nacht, da schon am Vorabend ein Flug gestrichen wurde und nur wenige gleich auf den am nächsten Morgen umgebucht werden konnten. Jetzt auch endlich eine Begründung: Bei Easyjet wird inoffiziell gestreikt, Flugpersonal meldet sich kurzfristig krank etc., es liegt am Easyjet-Standort Schönefeld.

22:15 Endlich zeigt die Anzeigetafel auch, dass der Flug gestrichen wurde. Sofort springen alle auf und trotten zum Ausgang, der aber inzwischen dicht ist, und dann wieder zurück. Keine Informationen.

22:22 Durchsage, dass es Informationen am Gate 9 geben wird.

22:30 Alle müssen ihr Gepäck wieder abholen, dann zum Check-In gehen um umgebucht zu werden.

22:45 Der Bus, der uns zum Gepäck bringen soll, kommt an.

23:00 Er fährt ab.

23:20 Gepäck ist da, jetzt zum Check-In.

00:00 Entweder umbuchen lassen und die Hotelübernachtung nehmen (alle Flüge für Dienstag sind dicht, evtl. kann man Mittwoch fliegen - ohne Garantie, denn wer weiß, ob die nächsten Flüge planmäßig gehen) oder vom Flug zurücktreten, mindestens einen Monat auf die Erstattung warten und sich selbst kümmern. Das haben wir gemacht - Lieblingsschwägerin und Lieblingsschwippschwager wieder losgeschickt zum Flughafen, derweil 10 € für WLAN bezahlt um nach Alternativen zu gucken. Sage auf der Arbeit bescheid, dass ich morgen nicht kommen kann. Der Lieblingsmensch beschließt, noch bis zum Wochenende zu bleiben, Befana mit seiner Familie zu feiern und dann einen billigen Flug am Sonntag zu nehmen. Ich muss hingegen arbeiten...

00:30 Zugfahren dauert zwischen 16 und 20 Stunden und kostet mindestens 200 €. Lufthansa und Alitalia verlangen um die 400-600 € und fliegen nicht direkt, sondern über Amsterdam, München, Köln... AirBerlin hat einen Flug am Dienstag Abend für 140 €, der muss es dann wohl sein...

01:00 Zugbuchen muss warten, wir werden abgeholt. Rückfahrt dauert diesmal nur ca. ne Stunde wegen leerer Autobahnen.

02:00 Wieder zuhause und gleich erstmal den Laptop an... Der AirBerlin-Flug kostet inzwischen über 200 €. Das ist mein halbes Monatsgehalt, wer weiß, wann die Erstattung von EasyJet kommt? Kollegin hatte gesagt, dass Sie sicherlich eine Lösung finden, wenn ich nicht kommen kann.

02:30 Buche AirBerlin für 140 € am Mittwoch abend. Das wäre auch der frühestmögliche Termin mit EasyJet gewesen. Schreibe Mails an Kollegen, Eltern, Biokistenlieferanten... Und einen Zettel für unsere Gastgeber, die schon im Bett liegen: "Danke für das viele Chauffieren", unsere Flugdaten und "Wir haben Euch sehr lieb!"

03:15 Endlich einschlafen.

07:30 Lieblingsschwägerin muss zur Arbeit, ich werde wach und kann nicht mehr schlafen. Liege im Dunkeln mit schlechtem Gewissen den neuen Arbeitgebern gegenüber.

08:50 Lieblingsschwippschwager verlässt ebenfalls das Haus. Der Lieblingsmensch schläft noch, ich hole mir leise den Laptop ins Bett...

Montag, 4. Januar 2010

Die Pizza

So sieht Pizza in Italien aus. Nun ja, den Belag fanden auch die Einheimischen recht ungewöhnlich - aber was die Form, die Dicke des Teiges (außen heftig, innen fast durchsichtig) und den Geschmack angeht, kommt da einfach nix ran... Das kreativ inszenierte Gesamtbild verlangte dann schlicht und einfach nach einem Foto:


Übrigens: Die Koffer sind gepackt und nachdem die vorübergehenden Überlegung, den Lieblingsmensch noch ein paar Tage bei seiner Lieblingsschwester zu lassen, die Unterstützung momentan gut gebrauchen könnte, aufgrund der bürokratischen und finanziellen Schwierigkeiten verworfen wurde, sind wir so gut wie abflugbereit. Berlin, wir kommen!

Sonntag, 3. Januar 2010

Startlöcher

Noch einen Tag sind wir in Italien, morgen Abend geht der Flieger ins verschneite Berlin und wenn ich dort am Dienstag morgen aufwache, geht mein 2010 so richtig los. Bisher bin ich noch nicht so richtig angekommen - alles ist noch im Ferien-Feiern-Fressen-Modus und ich kämpfe immernoch mit denselben Problemen wie letztes Jahr (Sprachlosigkeit aufgrund von mangelnder Sprachkenntnis und außerdem Heiserkeit, Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen - krank seit mehr als 2 Wochen). Der Vorabflugsstress in Form von diversen Terminen hatte mich in Tateinheit mit dem Wetter weichgeklopft und irgendwie trägt das viele Essen sowie die ständige Kakophonie aus fremdländischen Lauten in Kombination mit dem vielen Reisen, kurzen Nächten und diversen fremden Betten nicht wirklich zur Gesundung bei. Nichtsdestotrotz waren sowohl Weihnachten als auch Silvester wunderschön und sobald meine Eingeweide auch den letzten Rest an italienischen Köstlichkeiten preisgegeben haben werden, werde ich sicherlich voller Wehmut an die ganze kulinarische Pracht zurückdenken.

So, nun also dann ein neues Jahr, mit neuen Gegebenheiten: Ab Dienstag werde ich nicht mehr den ganzen Tag zuhause hocken, sondern gleich zwei Büros regelmäßig aufsuchen. In dem einen, werde ich drei Abende in der Woche verbringen und meine Dienste zu Geld machen, in dem anderen werde ich versuchen, so oft wie möglich zu sein (einen genauen Modus habe ich mir noch nicht überlegt), um das große Projekt finanzielle Sicherheit/sozialversicherungspflichtige Tätigkeit voranzutreiben, in der Hoffnung, dort bis zum Sommer ein Ergebnis erzielt zu haben. Spätestens. Momentan mache ich mir viele Gedanken, wie diese neue Situation organisatorisch zu meistern sein wird - der Badmintontermin wurde auf den Montag verlegt, was bedeutet, dass ich insgesamt vier Abende in der Woche erst spät zuhause sein werde und entweder dem Lieblingsmensch die ganze Kocherei aufhalsen muss, oder wieder zum klassischen deutschen kalten Abendbrot zurückkehren muss. Am besten überlasse ich diese Entscheidung seinem italienischen Magen und wahrscheinlich wird es sowieso von Tag zu Tag verschieden sein. Wo ich dann noch meinen Einmal-die-Woche-Schwimmen-gehen-Vorsatz unterbringe weiß der Geier. Vermutlich muss ich den letzten freien Werktagsabend dafür opfern oder in den sauren Apfel beißen und mehr bezahlen und dafür tagsüber gehen... Mehr bezahlen ist grundsätzlich im Moment aber doof, denn ich bezahle ja ab diesem Monat a) eine Monatskarte und b) Miete für das eine Büro. Das bisschen Geld, was ich in dem anderen verdiene, reicht knapp für Miete und Fixkosten. Aufträge müssen also her, denn sonst steht mir das Wasser bald bis zum Hals...

Starte also irgendwie mit gemischten Gefühlen in dieses neue Jahr. Zum Glück bin ich ja überwiegend Optimistin und plane deswegen schonmal für die erste große Feierei des Jahres: Der Lieblingsmensch wird 30!

Samstag, 5. Dezember 2009

Wochenende

Nachdem ich vom mittwöchigen Italienischkurs fast weinend vor Bauchkrämpfen und Kälteschüben nach Hause kam und den Donnerstag und Freitag dementsprechend langsam angehen ließ (nur ein Arztbesuch, ansonsten viel Couch und Bett), muss ich heute wieder richtig fit sein. Bin ich auch so einigermaßen. Heute ist nämlich ein extrem vollgepackter Tag. Vor dem Frühstück noch waren wir vorhin einkaufen. Einerseits, um das Frühstück selbst zu besorgen, andererseits, um für morgn gut gefüllte Nikolausstiefel zu gewährleisten. Mein Lieblingsmensch kennt diesen Brauch aus der Heimat nicht (dafür kommt am 6. Januar die Befana, die wir natürlich auch feiern werden), aber er ist sehr dafür, die Feste so zu feiern, wie sie fallen. Also kauften wir vorhin, unabhängig voneinander und mit viel Heimlichkeit das Stiefelfüllmaterial.

Heute Nachmittag habe ich dann ein geschäftliches Meeting in einem Café, wo ich mir mit Laptop und Aktentasche wieder voll businessmäßig-digital-bohemistisch vorkommen werde. Danach gehe ich mit dem Lieblingsmensch ins Theater (ein Geschenk von ihm :), Professor Unrat) und danach treffen wir uns mit einer meiner liebsten und besten Freundinnen, die mit uns und anderen in ihren Geburtstag hineinfeiern wird. Genau aus diesem Grund muss ich auch gleich noch los und ein Geschenk für sie besorgen - ich weiß auch schon ungefähr was, aber das wird hier nicht verraten, sie liest vielleicht mit ;)

Allzu lange erholen kann ich mich von diesem Tag morgen nicht, denn schon um 10:30 sind wir zum Geburtstagsnachfeierbrunch der Freundin meines Bruders geladen. Da ich momentan aus medizinischen Gründen allmorgendlich meine Haare waschen muss, bedeutet das wohl, um 9 spätestens aufzustehen. Und da heißt es noch, am Wochenende könnte man länger schlafen als während der Woche. (An dieser Stelle werfe ich ein teuflisches Grinsen zu all jenen, die einer geregelten, festen, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen ;))

Jetzt aber los, ein Geschenk für Fratz muss gekauft werden (und zwei kleine Nikoläuse für Bruder und Bruderfreundin...)

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Neues Layout

Das alte Layout sah grad so schrecklich zerpflückt aus, dass ich kurzerhand ein neues gebastelt habe. Auf dem schicken neuen Foto oben seht Ihr die Füße von meinem Lieblingsmensch und mir, im Frühling am See. :) Zeitlos schön, hoffe ich (bis auf die Schuhspitzen, hüstel...). Wir sind zwar inzwischen doch recht weihnachtlich gestimmt (die Aussicht auf das viele gute Essen vom Lieblingsmensch-Papa verfolgt mich schon in meine Träume), aber ein bisschen Sonne schadet schließlich nie, oder?
Dann kann ich ja jetzt weiterarbeiten... Habe mir gerade ein 153 Seiten starkes PDF ausgedruckt, dass ich jetzt durchackern werde (war mir zu anstrengend am Bildschirm - dass ich das nochmal sage... *kopfschüttel*... außerdem kann ich so besser drauf rumkritzeln) und dann geht es heute Abend ja auch schon wieder zum Italienischkurs. Sta sera, cantiamo le canzioni di Natale...

Sonntag, 29. November 2009

Ist ja jetzt ein Trending Topic, der Advent...

...da werde ich mich auch nicht verschließen ;) Ich gebe hiermit offiziell bekannt, dass auch im Hause Mirea/Lieblingsmensch heute ganz offiziell die Vorweihnachtszeit begonnen hat. Schuld daran sind vor allem zwei liebe Freunde, die uns heute zum Adventskaffee eingeladen haben. Dies löste bei mir natürlich einen Backzwang aus, der sich gerade im Ofen in Form eines Birnen-Walnuss-Kuchens mit weißer Schokolade manifestiert. Der Lieblingsmensch forderte sogleich vehement die Beschallung mit Weihnachtsliedern ein ("Aber schöne deutsche, nicht so einen amerikanischen Kitschpopscheiß!"), so dass wir jetzt die gute alte Weihnachtsliederplatte aus DDR-Zeiten und das erste Weihnachtsalbum der Kelly Family aus dem Jahr 1981 auf Kassette gehört haben. Schon alleine die Geräusche des Plattenspielers und des Kassettendecks lassen einen nostalgisch an frühere Zeiten und die Weihnachten der Kindheit denken...
Außerdem fordert der Lieblingsmensch (und ich gebe ihm Recht) einen Adventskalender, den wir also morgen schleunigst besorgen müssen, damit am Dienstag das erste Türchen aufgemacht werden kann. Einen Adventskranz haben wir noch nicht, wir sind aber auch nicht so die "Lichtel"-Menschen. Meistens läuft bei uns, wenn wir uns im Wohnzimmer aufhalten der Fernseher (ob nun mit Reality-Soap, Simpsons, Gilmore Girls, oder - meistens - einem guten Film), da passt einfach keine Kerze dazu, die wirkt dann ja gar nicht richtig. Vielleicht machen wir nochmal ne Ausnahme, falls mal Besuch kommt, aber vorerst ist der Adventskranz nicht auf dem Plan.
Bleibt noch Weihnachtsdeko. Sowas besitzen wir nur in homöopathischen Mengen - zwei gebastelte Weihnachtssterne, die ich mal geschenkt bekommen habe, ein Räuchermännlein (muss noch Räucherkerzen besorgen!), eine Plastiktischdecke mit Weihnachtsmännern und bestimmt ein bisschen italienischen Kitsch aus des Lieblingsmenschen alter Wohnung... Gibt aber auch wenig Fläche, wo man sowas hinstellen könnte, das ist also in Ordnung. Als ich vorhin vorschlug, diese Deko nun aufzustellen, protestierte der Lieblingsmensch. In Italien macht man das frühestens Anfang Dezember, eigentlich erst am 8. Ich werde ihn ein wenig runterhandeln, da hier ja schließlich am 6. schon Nikolaus ist, aber gut, die Deko bleibt noch ein paar Tage im Schrank.
Oh, es riecht gut, oh es riecht fein, der Kuchen wird bald fertig sein ;) Den überschüssigen Teig verarbeite ich dann noch zu vier Weihnachtsmuffins, die vermutlich meine Eltern bekommen werden, wenn ich ihnen nachher noch das versprochene Buch zurückbringe... Wenn ich rechtzeitig dran denke, gibts nachher noch Fotos!

Dienstag, 10. November 2009

Vorurteile revisited

...bevor es hier zu ruhig wird - ein längerer Eintrag ist "in der Mache" - hier eine kurze Beobachtung vom Wochenende.

Ich war mit dem Lieblingsmensch, seiner Schwester und deren Mann in einem italienischen Restaurant, um Pizza zu essen. Vorher hatten wir ihnen großspurig angekündigt, dass sie sich keine Sorgen machen müssten, die Kellner sprächen alle italienisch (so war es unserer Erfahrung nach dort), aber leider bekamen wir die wohl einzige Nichtitalienerin in dem Laden ab. Naja, macht ja nix, man kann ja dolmetschen. Was dann aber passierte, wunderte sowohl mich, als auch die Italiener, als auch die Kellnerin. Beim Pizzabestellen wollte mein Herr Schwippschwager gerne eine Pizza Margaritha mit zusätzlicher Wurst oben drauf. Die Kellnerin und ich folgerten, dass er eben Salami drauf wolle. Wollte er aber nicht, er meinte tatsächlich Würstchen á la Bratwurst oder Wiener oder so. Das ging natürlich nicht, denn welcher Italiener in Deutschland hat sowas schon vorrätig? In Pizzerien in Italien sei es jedenfalls Standard, versicherte man mir. Nun ja... Witzig war, dass die Kellnerin dann meinte, ihm erklären zu müssen, dass eine Margaritha nun mal nur mit Tomaten und Käse wäre. Na sowas, echt?
Ganz entglitten der Kellnerin dann die Gesichtszüge, als meine Schwägerin fragte, ob man als Vorspeise nicht ein paar Pommes bekommen könnte... Ja, auch das ist in italienischen Pizzerien Standard. Vielleicht sollten wir unsere Huldigungen der italienischen Esskultur nochmal überdenken ;) Die "deutschitalienische" Pizza schmeckte dann jedenfalls auch ganz gut.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Couchtag

Gestern war ein wirklicher, echter, richtiger Faultag. Völlig geplättet vom freitäglichen Kneipenbummel in Kreuzberg (und dabei hatte ich außer einem Dju Dju nichts alkoholisches zu mir genommen), nahm ich meine Müdigkeit, das Ekelwetter, eine leichte Blasenentzündung und diverse Erkältungserscheinungen zum Anlass, mir einen kompletten Tag auf der Couch zu gönnen. Meine Hauptbeschäftigung dabei war die John-Lennon-Biografie, die ich gerade lese. Im Verlauf des Tages "bestritt" ich dabei die Zeit in Hamburg, die ersten Erfolge in Liverpool und Schottland, den ersten Plattenvertrag und die beginnende Beatlemania. Vieles kannte ich schon, anderes war mir, zumindest in dieser Detailgenauigkeit noch neu und so konnte ich mich nicht einmal für das WM-Qualifikationsspiel Deutschland-Russland von dem Buch losreißen. Das schafften erst die Stones in Shine A Light um 20:15 auf 3Sat ;)
Nichtsdestotrotz kann man diesem Buch auch einige Schwächen vorwerfen - mitunter wird ein wenig schmutzige Wäsche gewaschen, was mich besonders bei Lennons ausschweifenden Frauengeschichten ärgert, wenn ich mir überlege, dass die meisten der besagten Frauen ja noch am Leben sind. Aber was will man auch machen, sowas gehört zum Leben dazu und der gute Lennon selbst ist seit fast 30 Jahren tot. Merkt Euch, liebe Blogleser, lasst Euch nicht mit Berühmtheiten ein, das wird irgendwann mal in einem Buch breitgetreten und dann lesen es arme kranke Blogschreiberinnen Sonntags aufm Sofa ;)
Was mich noch stört, ist dass der Autor bei der Hamburger Zeit ein bisschen gründlicher hätte sein können. Immerhin hat er scheinbar Interviews mit Zeitzeugen geführt oder zumindest zitiert, dann hätte er auch mal darauf achten können, die deutschen Wörter korrekt wiederzugeben, wir sind doch nicht mehr in den 60er Jahren - eine kurze Recherche im Internet hätte weitergeholfen. Zum Beispiel redet er von den "Schwülen laden", wo er wohl eigentlich "Schwulenläden" meint, oder "schwule Läden". In dem Fall wohl nur eine Ungenauigkeit, aber an anderer Stelle behauptet er, dass das deutsche Publikum nicht genau wüsste, was sie bei der Plakatierung "Beatles" an einem Stripclub auf der Reeperbahn erwarten würde, weil das angeblich an das Wort "peedle" erinnern würde (das ich noch nie gehört habe), was soviel wie Schniedel bedeute. Aaaaaaahja. Ich glaube, wenn es da ein Missverständnis gab, dann bestimmt, weil das Publikum Stripperinnen mit Namen "Beate" erwarteten oder so etwas. Genauso ging es mir nämlich, als ich den Namen das erste mal las, ohne schon englisch zu können. Also nicht, dass ich Stripperinnen erwartet hätte, aber ich las "Bee-aaa-tles". Erst als Mama dann sagte, "Das heißt Beatles", wusste ich um wen es ging. (Diese Begebenheit ereignete sich übrigens bei einem Hiddensee-Urlaub 1988 oder 1989, als ich also 5 oder 6 war. Sagt einiges über mein Elternhaus, oder?)

Dienstag, 22. September 2009

Und weiter?



Das ist mein neuer Bildschirmhintergrund. Das Foto aus unserem Ausflug an die Amalfiküste im Februar symbolisiert so schön meinen derzeitigen Zustand. Wartestellung. Was vor mir liegt sieht toll und vielversprechend aus, aber wann gehts denn jetzt bitte los?
Seit dieser Woche bin ich wieder zurück in der Welt der Arbeitssuchenden, der letzte Kurzzeitvertrag ist ausgelaufen, das Geld für 4 Wochen Arbeit noch nicht auf dem Konto - ebensowenig wie das vom Auftrag davor, was dauert denn da bitte so lange?
Nichtsdestotrotz gibt es gewaltig viel zu tun. Ich habe aus dem letzten Job gleich vier verschiedene Kontaktadressen mitgenommen, wo Menschen meinen, sie hätten eventuell Verwendung für mich. Bin gerade dabei, die letzte dieser Personen zu kontaktieren, sie ist jedoch schon eine ganze Weile in einem Meeting. Aber immerhin - einen Gesprächstermin habe ich schon, allerdings erst Mitte Oktober.
Unabhängig davon laufen momentan noch drei Bewerbungen, ein ganzer "Stapel" weiterer Anzeigen sitzt oben in meiner Linkleiste und wartet darauf bearbeitet zu werden, allerdings hält sich meine Begeisterung für die beschriebenen Jobs in Grenzen. Also vielleicht doch noch eine Weile liegenlassen und hoffen, das etwas von den anderen Sachen Früchte trägt.
Hinzu kommt die kleine Firma, an der ich beteiligt bin. Da muss ein neuer Businessplan geschrieben werden, ein Büro organisiert... Und alles läuft äußerst schleppend, weil jeder noch diverse andere Sachen zu tun hat und man immer darauf warten muss, dass die Zuarbeit eintrudelt. Macht mir nichts aus, ich verbringe meine Tage ja auch gerne "nutzlos" im Internet. Nur der psychische Druck wächst eben langsam...
Außerdem habe ich mich um die Prüfung zum staatlich geprüften Übersetzer beworben, wann auch immer ich von denen höre, kann es sein, dass ich bald vor 12 verschiedenen Prüfungsleistungen stehe. Ob und wann das Ganze losgeht, kann man aber nicht wirklich sagen. Vermutlich sollte ich da auch mal anrufen, aber...

Soviel zum Jobtechnischen. Privat gibts diverse soziale Verpflichtungen in den nächsten Tagen, außerdem den Beginn meines Italienischkurses morgen. Und die Frage, ob ich es mit meinen Verpflichtungen, meinem Konto und meinem Gewissen vereinbaren kann, nochmal für eine knappe Woche in den Süden abzuhauen, der Frau Schwägerin und dem Herrn Schwager bei der Wohnungssuche zu helfen, ein wenig Sightseeing zu betreiben und viel gutes Essen zu genießen. Denn immerhin kommt Frau Schwägerin mit Mann ja auch in sechs Wochen schon wieder nach Berlin... Ach ach ach... Und im Dezember fliegen wir ja dann schon wieder runter... Apropos, dürfen wir denn für Weihnachten schon Flüge buchen, was ist, wenn einer von uns unverhofft einen Job bekommt? Das nennt man wohl "Jammern auf hohem Niveau"...